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Hoffentlich kluge Gedanken

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Ina Schmidt: Wofür es sich zu denken lohnt (Paperback, Deutsch language, Rowohlt Polaris) No rating

Doch neben den Vorteilen bringen diese Gewohnheiten oft genug auch Nachteile mit sich: Sie werden im Denken zur Grundlage von Stereotypen, Vorurteilen oder festgefahrenen Überzeugungen. Der französische Philosoph Henri Bergson sieht in einer Gewohnheit den versteinerten Überrest „einer ehemals geistigen Aktivität“ – also etwas, das nur als ein Weniger, als Rest von etwas Bestand hat. Es trägt wenig Lebendigkeit in sich, weist also, mit Bergson gesprochen wenig „Elan vital“, Lebensenergie, auf. Es ist kein „Noch -nicht“, sondern ein „Nicht-mehr“ …

— Wofür es sich zu denken lohnt by  (Page 182)

Eine Gewohnheit also, über die wir nicht mehr Nachdenken, die wir machen, weil es immer schon so war. Und sie bekommt mit dem Zitat genau den Platz, den sie haben sollte. Als etwas, was nur noch ist, weil wir es noch nicht weggekehrt haben, obwohl es eigentlich nur noch ein winziger Rest ist, der nicht mehr sein muss, der keine Energie mehr hat.

Natürlich nicht alle Gewohnheiten, aber die meisten, die uns im Denken behindern, weil wir gar nicht darüber nachdenken wollen.

Ina Schmidt: Wofür es sich zu denken lohnt (Paperback, Deutsch language, Rowohlt Polaris) No rating

Eine andere Sicherheit, die das Denken allerdings sehr wohl bieten kann, wenn wir gelernt haben, uns darin segelnd, rudernd und möglicherweise auch schwimmend zu bewegen, liegt in dem Zutrauen, unter veränderten Bedingungen wissen zu können, was zu tun ist, selbst wenn es noch nicht der Fall ist.

— Wofür es sich zu denken lohnt by  (Page 46)

Nicht nur ich kann Schachtelsätze ;) – aber jetzt mal kurz zu dem Gedanken:

Er geht davon aus, dass wir unser Denken erst trainieren müssen, um überhaupt in der Lage zu sein, in veränderten Situationen überleben zu können. Ja, ein wenig zugespitzt, aber das steckt darin. Und ich frage mich, ob es wirklich möglich ist, so wenig zu denken, dass das Anpassen an plötzlich neu auftretende Situationen nicht möglich ist. Kann ein Mensch wirklich so wenig Denken, ist das nicht langweilig, nicht über Dinge nachzudenken? Ist es nicht Öde, sich nicht auszumalen, wie eine Gesellschaft, wie eine Welt noch sein könnte, wenn wir nur wollen? Oder über Dystopien nachzudenken, und wie wir uns dazu verhalten würden, wenn wir in dieser Dystopie leben?

Wolfgang M. Schmitt, Ann-Kristin Tlusty: Selbst schuld! (Hardcover, Deutsch language, 2024, Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG) No rating

„Du bist selbst schuld an deinem Unglück!“ Ein Einspruch gegen das neoliberale Mantra und ein …

Und wie so viele identitäre Ideologien schreiben auch Generationenmythen blind Schuld zu, auch in ihnen wirkt der untergründige Moralismus, der den politischen Streit und die Organisierung überall untergräbt.

— Selbst schuld! by , (Page 56)

Und genau hier liegt der Grund, warum ich mich mit diesen Generationenfetisch so gar nicht beschäftige und ich nicht weiß, welche Bezeichnungen für welche Generation gilt. Die Probleme, die wir als Gesellschaft haben, sind Generationsübergreifend. Es gibt junge Menschen, die auf das Klima scheißen und alte, die ihr ganzes Leben Umwelt- und Klimaschutz betrieben haben. So als Beispiel, davon könnte ich noch mehr aufzählen.

Wolfgang M. Schmitt, Ann-Kristin Tlusty: Selbst schuld! (Hardcover, Deutsch language, 2024, Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG) No rating

„Du bist selbst schuld an deinem Unglück!“ Ein Einspruch gegen das neoliberale Mantra und ein …

Während sich viele literarische Intellektuelle im letzten Jahrhundert also durch eine engagierte Kritik der Mächtigen ihren Platz in der Öffentlichkeit erschrieben, hat sich mit der Durchsetzung des Neoliberalismus eine angepasste Lifestyle-Publizistik etabliert, die Generationenlabels liebt.

— Selbst schuld! by , (Page 51)

Jaja, diese Generationenlabel, die eigentlich immer mehr Ablenkung sind, als dass diese irgendwas aussagen! Und wer ist Schuld? Die Literar*Innen, die nicht mehr über die Klassengesellschaft diskutieren. (Klar, ist jetzt überspitzt)

Philipp Blom: Was auf dem Spiel steht (EBook, Deutsch language, 2017, Hanser Verlag) No rating

Letztendlich beschreibt Gray die Welt und die menschliche Existenz als tragisch und alle Bemühungen, sie objektiv zu verbessern, als naiv und zum Scheitern verurteilt, weil sie die wahre Natur des Menschen – gierig, kurzsichtig, grausam und dumm – willkürlich verkennt.

— Was auf dem Spiel steht by  (Page 126)

Ich bin ja tatsächlich kurz davor, dieser Aussage zuzustimmen. Ich beobachte die Welt, Frage mich, warum wir die nicht so gestalten können, damit jedes Lebewesen eine Chance auf ein gutes Leben hat und das wäre als Antwort wohl gar nicht so schlecht.

Philipp Blom: Was auf dem Spiel steht (EBook, Deutsch language, 2017, Hanser Verlag) No rating

Das Lebensgefühl von Konsumenten drückt sich als brand identity aus. (Die Ironie dabei ist, dass nur wenige Menschen an Etymologie und Metaphern interessiert sind. Denn Vieh wird nicht gebrandmarkt, um individuelle Identität und Status auszudrücken, sondern um es als Besitz des Markeninhabers kenntlich zu machen. Im Tierreich sind nicht viele Rindviecher stolz auf ihren brand. Frei sind sie nur, wenn sie noch von keinem glühenden Eisen gesengt wurden.)

— Was auf dem Spiel steht by  (Page 81)

Ich will ja nicht sagen, dass das Böse ist, aber ist schon sehr Böse, sich selbst als ein gebrandmarkt es Rindvieh anzusehen und zu merken, dass mensch vielleicht gar nicht so frei ist, wie mensch sich fühlt.