Doch neben den Vorteilen bringen diese Gewohnheiten oft genug auch Nachteile mit sich: Sie werden im Denken zur Grundlage von Stereotypen, Vorurteilen oder festgefahrenen Überzeugungen. Der französische Philosoph Henri Bergson sieht in einer Gewohnheit den versteinerten Überrest „einer ehemals geistigen Aktivität“ – also etwas, das nur als ein Weniger, als Rest von etwas Bestand hat. Es trägt wenig Lebendigkeit in sich, weist also, mit Bergson gesprochen wenig „Elan vital“, Lebensenergie, auf. Es ist kein „Noch -nicht“, sondern ein „Nicht-mehr“ …
— Wofür es sich zu denken lohnt by Ina Schmidt (Page 182)
Eine Gewohnheit also, über die wir nicht mehr Nachdenken, die wir machen, weil es immer schon so war. Und sie bekommt mit dem Zitat genau den Platz, den sie haben sollte. Als etwas, was nur noch ist, weil wir es noch nicht weggekehrt haben, obwohl es eigentlich nur noch ein winziger Rest ist, der nicht mehr sein muss, der keine Energie mehr hat.
Natürlich nicht alle Gewohnheiten, aber die meisten, die uns im Denken behindern, weil wir gar nicht darüber nachdenken wollen.





