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Philipp Blom: Was auf dem Spiel steht (EBook, Deutsch language, 2017, Hanser Verlag) No rating

Notiz

Erstens: Großer Reichtum schützte auch das mächtigste Land Europas nicht vor dem Niedergang, im Gegenteil. Der eigene Wohlstand blendete die spanische Elite und machte jeden Versuch der sozialen oder ökonomischen Transformation unmöglich, mit letztlich tragischen Konsequenzen.

— Was auf dem Spiel steht by  (Page 34)

Es gab also eine kleine Eiszeit, in der Spanien von einem reichen zu einem armen Land wurde, weil die Menschen dort Veränderungen ablehnten, da sie vom eigenen Wohlstand geblendet waren. Erinnert mich so ein wenig an Deutschland heute, wo jede Veränderung erbittert bekämpft wird, was den nächsten Generation wahrscheinlich Wohlstand kosten wird.

Bernhard Pörksen: Zuhören (Hardcover, deutsch language, Hanser Verlag) No rating

Warum hören wir nicht zu? Ein Plädoyer, sich der Welt zu öffnen, von Bernhard Pörksen, …

»Der kleine Einzelne kann das Trim Tab sein«, meinte Buckminster Fuller einmal in einem Interview. »Die Gesellschaft denkt, sie zieht einfach an einem vorbei — aber wenn man auf die richtige Weise seinen Fuß rausstreckt, kann man die Richtung ändern, in die sich der ganze Staat bewegt.«

— Zuhören by  (Page 307)

Ich bin mir nicht sicher, wie das funktionieren soll. Einfach zur richtigen Zeit den Fuß rausstrecken, um die ganze Gesellschaft in die richtige Richtung straucheln zu lassen. Und was wäre dieser Fuß? Ein Gericht? Ein Text oder ein Gedanke zur richtigen Zeit? Es scheint mir schwierig.

Bernhard Pörksen: Zuhören (Hardcover, deutsch language, Hanser Verlag) No rating

Warum hören wir nicht zu? Ein Plädoyer, sich der Welt zu öffnen, von Bernhard Pörksen, …

Eine Begegnung im Dialog kann so gar nicht gelingen, denn ein Dialog ist, ideal gedacht, ein Tanz des Denkens, ein gemeinsamer Aufbruch in Richtung des noch Unbekannten, bei dem alle Beteiligten die Ruhebank fester Wahrheiten und eigener Gewissheiten verlassen — auf dem Weg zu einer neuartigen, bisher noch nicht da gewesenen Synthese der Standpunkte, die die unterschiedlichen Perspektiven vereint und kombiniert

— Zuhören by  (Page 169)

Sind wir heute eigentlich noch Bereit für einen solchen Dialog? Immerhin bedeutet das, eigene Wahrheiten aufzugeben und andere Gedanken zuzulassen, damit diese gemeinsam Gedacht werden können.

Bernhard Pörksen: Zuhören (Hardcover, deutsch language, Hanser Verlag) No rating

Warum hören wir nicht zu? Ein Plädoyer, sich der Welt zu öffnen, von Bernhard Pörksen, …

Zum einen ist es seit den Forschungsarbeiten Leon Festingers (When Prophecy Fails) ein gut belegter Befund, dass der Moment, in dem neues, verstörendes Wissen in das eigene Weltbild einbricht, oft die seltsamsten mentalen Verrenkungen und Rationalisierungsanstrengungen unternommen werden, um dieses Weltbild vor der Widerlegung zu schützen

— Zuhören by  (Page 102)

Ist, so glaube ich, derzeit sehr gut zu erkennen. Klimaschutz und Co. sind da sehr gute Beispiele für. Oder warum versuchen Menschen zum Beispiel das Heizen mit Erdöl als eine Art Freiheit zu verkaufen, die nur nicht eingeschränkt werden darf.

Bernhard Pörksen: Zuhören (Hardcover, deutsch language, Hanser Verlag) No rating

Warum hören wir nicht zu? Ein Plädoyer, sich der Welt zu öffnen, von Bernhard Pörksen, …

Denn viel zu häufig existieren wir im Kokon unserer Vorurteile und im Fertig-System der reflexhaft geäußerten Meinungen, bestätigungssüchtig und darauf fixiert, zu hören, was wir hören wollen, unfähig, den anderen in seiner Andersartigkeit tatsächlich zu erkennen.

— Zuhören by  (Page 23)

Wie oft haben wir wohl schon nicht zugehört, weil das Gesagte nicht unseren Vorurteilen entsprach? Wie oft haben wir wohl schon auf etwas falsch reagiert, weil wir nicht offen genug waren, um zuzuhören?

Kathrin Röggla: Nichts sagen. Nichts hören. Nichts sehen. (EBook, Deutsch language, FISCHER E-Books) No rating

Wir hören nicht zu, weil es uns schon erzählt wurde. Wir hören nicht zu, weil es unsinnig ist. Wir hören nicht zu, weil man uns ständig Vorwürfe macht. Wir hören nicht zu, weil wir nicht wirklich gemeint sind. Wir hören nicht zu, weil die Sache zu groß ist. Wir hören nicht zu, weil es an der Problemlage vorbeigeht. Wir hören nicht zu, weil sich die Geschichte erschöpft hat. Wir hören nicht zu, weil ohnehin nichts geschieht.

— Nichts sagen. Nichts hören. Nichts sehen. by  (Page 158)

Die Aufzählung geht noch ein wenig weiter und ich glaube, selbst dann ist die Liste noch nicht erschöpft, weil das Zuhören so verdammt schwerfällt, weil es uns aufzeigen könnte, dass unsere Annahmen, auf die wir unsere Leben aufbauen, vielleicht nicht ganz richtig sind und wir umdenken müssten.

Zuhören bedeutet, innere Widerstände zu unterdrücken, sie wenigstens für den Moment nicht zuzulassen, um die Gedanken der anderen, die Blickwinkel, die Erfahrungen zuzulassen. Um sie verstehen zu können. Das bedeutet ja nicht, sie auch zu übernehmen, sie plötzlich gut zu finden, aber das bedeutet, einen Diskussionsraum zuzulassen.